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Geschichtlicher Überblick

Nachdem Christoph Freiherr von Concin 1549 die etwa 100 m über der heutigen Schlossruine gelegene Burg Perwarth aufgegeben hatte, da sie ihm nicht mehr wohnlich genug erschien, ließ er von 1555 bis 1561 ein Talschloss errichten. Zur Unterscheidung wurde es Niederperwarth genannt, während die dem Verfall überlassene Feste mit Oberperwarth oder Hochperwarth bezeichnet wurde.

Plünderung von Schloss Perwarth. Am 9. März zieht Markgraber mit seinem Haufen nach Gresten, zwingt dort die Untertanen der Herrschaft Hausegg zum Mittun und lässt das benachbarte Schloss Perwarth plündern.

Die habsburgische Regierung beginnt, die Aufständischen zu spalten. Mit den Aufständischen Oberösterreichs wird mehr verhandelt, während die niederösterreichischen Revolten mit außergewöhnlicher Gewalt niedergeschlagen werden. 

12.-29. April: Kriegsgericht in Kilb, Weinzierl, Perwarth, Ulmerfeld, Seitenstetten, Waidhofen.

So wurden in Kilb am 12. April 1597 neun Bauern gehenkt, nachdem ihnen vorher die Rechte Hand abgehackt und diese an den Baum genagelt wurde. Sinnigerweise wurde für die exekutierten Bauern, die an den Bäumen hingen, der Ausdruck geprägt, „sie müssen die Birnen hüten“. Das gleiche Schicksal erlitten am 14. April in Wieselburg zwei Bauern, am 17. April in Perwarth 17 Bauern, am 19. April in Ulmerfeld fünf Bauern
Überstellung (24.4.) von Markgraber, Prunner und Schremser mit weiteren Anführern (21 Gefangene) nach Wien. Bauernkrieg in Österreich (bauernkriege.de)


1612 verkauften die Freiherren von Concin ihre Herrschaft an Gottfried Freiherrn von Tattenbach. 

1635 erwarb sie Cornelius Colonna von Fels. Seine Familie dürfte es aber nicht bewohnt und auch kein großes Interesse an seiner Erhaltung gezeigt haben, da es im späten 17. Jahrhundert verödete.

Im Frühjahr 1711 legte die Habsburgermonarchie Trauerflor an. Der junge, noch nicht 33-jährige Kaiser Josef I. starb Mitte April an Pocken. Er saß nur knapp sechs Jahr auf dem Kaiserthron, doch ein lebhaftes Temperament und die Entschlossenheit, dringend notwendige Reformen durchzuführen, kennzeichneten seine kurze Herrschaft. Josef verprach, ein großer Kaiser zu werden, sein zu früher Tod begrub viele Hoffnungen. Die Krone übernahm nun sein jüngerer Bruder Karl, was weitreichende Folgen für die Monarchie und darüber hinaus für ganz Europa haben sollte.

Das Jahr 1711 hatte aber nicht nur für das Kaiserhaus Bedeutung, sondern auch für die Grafen Auersperg auf Neuschloss-Purgstall. Im November dieses Jahres starb unerwartet Wolf Ferdinand, der ältere Bruder Wolf Augustins, des Herrn auf Neuschloss-Purgstall. Vor seinem Tod lebte Wolf Ferdinand mit seiner Familie auf der Herrschaft Wang, die ihm (wahrscheinlich) nach einem Vergleich mit seinen Cousins aus dem Altschloss-Purgstaller Zweig zuerkannt wurde; auch die Herrschaft Reinsberg gehörte dazu. Die Witwe Wolf Ferdinands, Rosina Anna, heiratete ein Jahr später erneut - diesmal ihren Verwandten Karl Leopold Graf Zinzendorf und übersiedelte mit ihren fünf kleinen Kindern zu ihm. Wang und Reinsberg kamen in die Hände von Verwaltern und führten ein eher einsames Dasein, bis zwei Jahrzente später der zweitgeborene Sohn Wolf Engelberts, Wolf Maximillian, die Verwaltung selbst übernahm. Sein älterer Bruder, der erstgeborene Sohn Wolf Ferdinands, Ernst Ferdinand, gründete einen neuen Zweig der Grafen Auersperg unweit von Wang, auf der Herrschaft Perwarth. Dieser Zweig starb in männlicher Linie in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus. 

1723 wurde das Gut an Karl Graf Zinzendorf veräußert, der Stiefvater des Grafen, Ernst Ferdinand von Auersperg. 

Vier Jahre später heiratete der junge Graf, der soeben sein Studium in Salzburg beendet hatte, Maria Josefa Gräfin Montecuccoli, die einer sehr alten italienischen und in Österreich hervorragend etablierten Adelsfamilie angehörte. Anlässlich der Eheschließung seines Stiefsohnes verzichtete Graf Zinzendorf auf Perwarth und überließ es den Jungvermählten. In den folgenden Jahren war das Schloss Schauplatz zahlreicher Geburten, aber auch von Todesfällen unter den kleinen Auersperg-Nachkommen - fünf von neun Kindern konnten das erste Lebensjahr nicht vollenden. Das Hochzeitsjahr leitete aber auch die lange erfolgreiche Karriere Ernst Ferdinands ein. Im Unterschied zu zahlreichen damaligen Adeligen schlug Ernst Ferdinand nicht eine militärische Karriere ein, sondern blieb im zivilen Beruf. Zuerst bekleidete er die Stelle eines Oberkommissars im Viertel ober dem Wienerwald, 20 Jahre später war er ständiger Verordneter in Niederösterreich. Seine Fähigkeiten wurden von den niederösterreichischen Landständen offensichtlich sehr geschätzt, da sie ihn zu ihrem ständigen Ausschussmitglied (perpetuirlicher Ausschuss) ernannten. Wenn er keine Verpflichtungen hatte, lebte Ernst Ferdinand die meiste Zeit auf Perwarth, lange Jahre sein einziger Besitz. Noch als im Jahre 1739 seine Frau Maria Josefa verstarb, wurde Ernst Ferdinand nur als Herr von Perwarth bezeichnet. "Im Jahre 1739 hat der Hoch Wohlgeborene Reichsgraf Ernest von Auersperg, regierender Herr in Perwarth, von seiner gnädigen Frau Gräfin geb. Montecuccoli pro memoria ein Ihriges Kleid zu einem Ornat dem Gotteshaus vermacht. Item 6 weiße Windlichter" (Vinzenz Pötsch, Chronik des Marktes Randegg 1895).

Einige Jahre später (nach 1743) erhielt oder kaufte er (höchstwahrscheinlich) von den Söhnen seines verstorbenen Stiefvaters Karl Leopold die Herrschaft Wolfpassing dazu, die somit nach langer Zeit erneut in das Eigentum der Herren von Auersperg überging. 

Wie viele niederösterreichische Ansitze kaufte Kaiser Franz I 1834 auch Perwarth und vereinigte es mit der kaiserlichen Herrschaft Wieselburg. Kurz vor seinem Tod plante der Kaiser den Wiederaufbau des Schlosses, doch kam es nicht mehr dazu. 1852 wurde alles Brauchbare entfernt und Mauern teilweise abgerissen.  (Quelle: http://www.wehrbauten.at/)

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