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Geschichtlicher Überblick

F. Schragl nennt als ersten bekannten wahrscheinlichen Besitzer von Perwarth bereits im Jahre 1263 Marquard von Zinzendorf der in Urkunden öfters gemeinsam mit den Hauseggern (bei Gresten) genannt wird. Marquard ist 1263 Zeuge in einer Urkunde Engelschalks von Reinsberg (FRA II/31, S 242), der ja vermutlich im Besitz der Veste Ernegg und damit auch Perwarth war. Marquards Sohn Otto ehelichte Gertraud von Hausegg (Seefried S. 16). Ottos Sohn Heinrich von Zinsendorf saß auf Perwarth, dem sein Sohn Konrad folgte (Lilienfeld Urk. Nr. 299). Daruaf finden wir Konrads Sohn Heinrich II. Dieser hatte die Rudolf, Heinrich und Seifried (Lilienfeld Urk. Nr. 664). 1331 wurde Rudolf von Zinzendorf und seine Frau Kathrin mit der halben Feste Perwarth belehnt (MüUrk. 23675) Rudolf wird noch 1343 erwähnt (NÖ. Landesarchiv Urk. Nr. 5430). Am 24. Februar 1369 stiften Rudolfs Söhne Cadolt und Lorenz von Zinzendorf für ihren verstorbenen Vater eine gesungene Virgil mit vier Messen am darauffolgenden Tage. 

Dafür stiften sie das Gut Steinpach an der Lochnitz(Lonitzberg Nr. 21) und 3 Schilling von einem Zehent zu Wang, den sie von Mondsee zu Lehen hatten (GB I, S.361 f).

1377 stirbt Cadolt. Sein Bruder Lorenz stiftet für dessen Tochter Elsbeth in das Frauenkloster zu Ybbs Gülten auf der Haid, Parz und Eben (Lonitzberg Nr. 19, 9 und 8) (GB II, S.311). 1381 stiftet Greger von Zinzendorf für seinen Großvater Heinrich den Hof zu Strauchen (Gde. Lehen Strauchen Nr. 1 und 2) für einen Jahrtag zu Steinakirchen am ersten Montag nach Ostern (St. M 84/7/19). 1391 werden Lenz und sein Vetter Gregorian von Zinzendorf je zur Hälfte mit Perwarth belehnt, so 1405 Gregors Witwe Margret (Mühl 2337).

1407 stürzte die Feindschaft der Brüder Ernst und Leopold von Habsburg Österreich in einen mehrere Jahre andauernden Bürgerkrieg. Die Zinzendorfer Grogor und Lorenz auf Perwarth standen wie ihr Vetter Christian von Zinzendorf auf Oberhausegg auf Herzog Ernsts Seite. Reinprecht von Wallsee war Feldhauptmann Herzog Leopolds. Die Zinzendorfer mußten daher mit der Rache der benachbarten Gegenpartei der Wallseer (Purgstall) rechnen. Der Wallseer verfügte über eine selbst angeworbene, verpflegte und besoldete Truppe von mehr als 1000 Mann. Reinprecht nahm in diesem Streit Christian von Zinzendorf das Schloß Oberhausegg ab, das aber Konrad der Kreiger auf Seite der Zinzendorfer wieder zurückerobert. Die Burgen Randegg, Perwarth, die ebenfalls Zinzendorfer Besitz waren, wurden dabei ausgeräuchert, Ortseinwohner gefangengenommen und fortgeführt. Schließlich kam es endlich am 11. April 1412 zwischen den streitenden Parteien zu einem Vergleich: Es wurde beschlossen, dass die Feindschaft aufhöre; dass die Burg Oberhausegg dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werde; dass alle Gefangenen ob Reisende oder Bauern, freigelassen werden sollen. Die Burgen St. Peter in der Au, Perwarth, Randegg und der Teil von Hauseck, welche Reinprecht von Wallsee den Zinzendorfern Christian und seinen Vettern Lenzen und Gregorian abgewonnen hat, sind mit Leuten und allen Nutzungen zurückzustellen. Auf die Aufforderung von Lorenz und Gregorians Söhnen, dass Reinprecht von Wallsee dazu angehalten werden soll, ihnen die abgebrochene und ausgebrannte Veste Perwarth wieder aufzubauen, entgegnet dieser dass gerade aus ihr der Krieg seinen Anfang genommen hat, und dass darin Kreiger mit seinen Helfern gewesen sei und diese sich mit dem zu begnügen haben, was ihnen Reinprecht aus Gnade gibt. Die Schiedsrichter auf der Seite des Wallseers waren: Lewpolt von Eckatzaw hofmaisters, Andre Herleinsperger und Michael Prenz; auf des Zinzendorfers und Kreigers Seite: Weikhart von Thiernstein, Hans von Neidekk, Stephan Sibpeck und Tiwalt der Floytt Chammermaister (Becker II, S.88).

 Auf den Beschluss des Schiedsgerichtes mussten die Zinzendorfer ihre Burg Perwarth selbst wiederaufbauen. Im Jahre 1413 wird Gregors von Zinzendorfs Sohn Rudolf mit der Hälfte der Veste Perwarth belehnt (Mü.Urk. Rep.) 1447 bis 1471 erscheint Hans von Zinzendorf auf Perwarth (Becker II, S103). Danach dürfte ein Teil der Burg an die Kirchberger gekommen sein, denn 1501 kauft Christoph von Zinzendorf auf Niederhausegg (jetzt Schloss Stiebar) von den Kirchbergern die halbe Veste Perwarth (Wißgrill V, S 47). 1535 ist Christophs Sohn Stephan, kaiserlicher Kämmerer und Feldhauptmann zu Perwarth (Seefried S 19). 1551 wird Stephans Sohn Johann Adam und dessen Brüder Albrecht, Franz und Ulrich als Herren zu Perwarth genannt (MüLit. 33). Die zweite Hälfte  der Burg Hochperwarth erwarb zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Familie von Concin (Mü.Urk.Rep.), denn bereits 1549 wird Christoph von Concin für Perwarth angeführt (Schweickhardt XIII, S.262). Er erbaute das Talschloss Niederperwarth. Zugleich damit wurde die alte Bergburg aufgelassen (Becker II, S 100).

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